Donnerstag, 17. August 2017

Warum Rezensionen wichtig sind mal in Zahlen

Klar. Ihr lest es immer wieder. Autoren freuen sich über Rezensionen. Man sagt euch, dass Buchbewertungen wichtig sind. Trotzdem zögert ihr, eine Rezension zu schreiben, weil ihr denkt, das nicht gut genug zu können oder nichts Neues zu den bisherigen Bewertungen beitragen zu können.

Darum wollen wie euch jetzt mal in Zahlen zeigen, was ihr bewirken könnt:



Jede Rezension zählt. Und wenn ihr von einem Buch eine ähnliche Meinung habt wie andere Leser zuvor? Schreibt trotzdem eine Rezension bitte. Denn damit tragt ihr dazu bei, wie der Bewertungsschnitt eines Buches aussieht. Und selbst wenn euch das Buch nicht gefallen hat und ihr die erste Buchbesprechung schreibt, könnt ihr etwas bewirken.

In diesem Sinne danken wir euch für jede einzelne Rezension, die ihr verfasst habt. Weil jeder einzelne von euch die Macht hat, ein Buch erfolgreich zu machen.

Dienstag, 15. August 2017

Dorothea Stiller unsere kartenlegende Romantikerin mit dem Herz für Finnland

Geschrieben hat Dorothea Stiller eigentlich immer schon. Früher waren es eigene kleine Märchen und Geschichten, später wurden es Fanfiction, Kurzgeschichten und Drabbles. Einige Kurzgeschichten erschienen in kleinen Anthologien und Zeitschriften, aber den Schritt zur ersten größeren Veröffentlichung wagte Dorothea erst 2014. Da erschien ihr Romandebüt "Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno".

Dabei handelt es sich aber keineswegs - wie der Titel vermuten lassen könnte - um Erotik, sondern um Chicklit - heitere Liebesromane für Frauen. Titelheldin Conny schreibt unter Pseudonym nämlich Erotikromane, die ihr Verleger salopp als "Hausfrauenporno" bezeichnet.

2015 erschien die Fortsetzung "Einmal, keinmal, immer wieder", die sich aber auch als Einzeltitel lesen lässt. Hier geht das Abenteuer von Conny und ihren Freundinnen weiter. Conny begibt sich dabei zu Recherchezwecken in die virtuelle Online-Spielwelt Second Life und gerät dort in Verwicklungen, die auch ihr reales Leben und ihre Beziehung durcheinanderbringen.
Mit "Love on Air - Verliebt in London" erschien 2016 dann der dritte Roman von Dorothea bei Forever by Ullstein. Darin geht es um eine Frau, die auf der Suche nach ihrer großen Liebe Leo nach London reist und dort so einiges findet - unter anderem eine Freundin. Bei den kreativen finnischen Flüchen der flippigen Päivi konnte Dorothea ihre Liebe für Finnland austoben. Ihr Herz schlägt nämlich für finnischen Tango, Lappin Kulta, Makkara, Seen, Sauna, Wälder, Marimekko, die Mumins, Salmiakki, Lakka und Radio Rock. Das Land von Lordi, HIM und Mauri Antero Numminen hat es ihr eben einfach angetan.
Ebenfalls 2016 erschien der Kurzroman "Das Geheimnis der schottischen Insel" bei Kindle Singles. Hier zieht es die Autorin auf die Isle of Mull in Schottland - auch ein wunderschönes Fleckchen Erde, das sie bereits besuchen durfte.
Im Frühjahr 2017 erschien unter ihrem Pseudonym Katharina Stiller auch ihr erstes Jugendbuch "Schicksal, Traumprinz und das große Glück".

Dorothea lebt mit ihrer Familie und Katze Schnappi am Rand des Ruhrgebiets. Neben ihrem Faible für Skandinavien und Großbritannien ist die Autorin auch seit über 25 Jahren fasziniert von der Welt des Tarot und seit 2012 geprüfte Beraterin nach den Standards des Tarotverbands (Tarot e.V.). Die Karten geistern auch immer wieder durch ihre Bücher. Außerdem nutzt sie die Karten als Kreativtool.

Gerade hat Dorothea ihren ersten Krimi fertiggestellt, der noch auf ein geeignetes Verlagszuhause wartet. Er spielt im Küstenstädtchen Tobermory, ebenfalls auf der Isle of Mull. Aber auch wenn sie mordet, kann sie die Finger nicht ganz von der Liebe lassen. Eine Liebesgeschichte gibt es nämlich auch.

Samstag, 12. August 2017

Reiseimpressionen: Mallorca

Unser buntes Wochenende

Unter dieser Überschrift findet ihr in Zukunft jeden Samstag Unterhaltsames, Buntes und Nützliches aus unserem Romance-Alliance Schatzkistchen. 

Heute möchte euch unsere Autorin Anne Gard ins "siebzehnte Bundesland" entführen, nämlich ins beliebte Urlaubsparadies Mallorca. Dazu lautet natürlich wieder unsere Frage: "Welches Buch würdet ihr in dieser Kulisse am liebsten lesen?"


Donnerstag, 10. August 2017

Kindheitserinnerungen unserer Autorinnen



Es ist mal wieder Zeit für unseren Throwback Thursday. Unsere Autorinnen erinnern sich gemeinsam mit euch an Bücher, die sie in der Kindheit geliebt haben. Heute erinnert sich unsere Autorin Katherine Collins mit euch an ein besonderes Buch aus der Vergangenheit.


Ich habe ziemlich lange darüber nachdenken müssen, welches Buch mich als Kind tatsächlich beeindruckte – nachhaltig. Ich habe ab meinem 10. Lebensjahr so viel gelesen, dass ich nur grob überschlagen kann, was es war. ???, Fünf Freunde, TKKG solche Dinge, aber natürlich auch unheimliche viele Pferdebücher, dessen Titel mir aber partout nicht einfallen mögen. Später dann Avalon, Scheibenwelten und Horror, aber beeindruckt? Schön, ich wollte meinen Hund nicht auf dem Tierfriedhof begraben und fand Clowns nicht mehr ganz so witzig -  ;)
Nur ein Buch, bzw. eine Reihe ist mir eingefallen, dessen Titel mir aber nicht einfallen wollte, obwohl ich wochenlang drüber gegrübelt hatte. Die Geschichte, ja, was mir gefiel und nicht gefiel, ja, aber wie zum Teufel hieß die Reihe? Es war nichts so eingängiges wie Harry Potter, der erst viel später kam. Also habe ich es ruhen lassen und ping:


Die schwarze Stadt. Alanna von Trebonds Abenteuer
von Tamora Pierce
https://www.amazon.de/schwarze-Stadt-Alanna-Trebonds-Abenteuer/dp/3401018159

Was hat mich beeindruckt? Die Botschaft: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Nur weil du ein Mädchen bist, heißt es nicht, dass du nicht dasselbe tun kannst, wie ein Junge. Vielleicht musst du härter arbeiten, aber am Ende zahlt es sich aus. Die Liebesgeschichten darin fand ich damals übrigens völlig überflüssig. :) :)






Dienstag, 8. August 2017

Wen küsst hier wohl die Muse #3?




Die Romance Alliance lässt tief blicken: und zwar in unsere bevorzugten Arbeitsplätze. Hier seht ihr den Arbeitsplatz einer unserer Autorinnen und erfahrt ein bisschen darüber. Wer könnte an diesem Platz seine Werke verfassen? Ratet einfach mit. Am Ende findet ihr einen Text, der euch zur Auflösung leitet.



Mein funkelnagelneuer Arbeitsplatz! Ich habe ihn erst seit wenigen Wochen und bin total verliebt. Das liegt nicht zuletzt an dem höhenverstellbaren Tisch (mein Orthopäde freut sich) und an den zwei Bildschirmen.
Der Tisch lässt sich elektrisch hoch- und runterfahren, damit man zwischendurch auch einmal im Stehen arbeitet oder den Tisch optimal auf die Körperhöhe anpassen kann. Momentan bin ich noch ganz artig und schreibe immer die erste halbe Stunde im Stehen, aber fragt mich in einem halben Jahr noch einmal ;-)
Ich hatte mich lange gegen zwei Bildschirme gewehrt ("Ach was, einer reicht doch!"), aber jetzt muss ich sagen, das ist wirklich sehr komfortabel!
Übrigens, ihr könnt das zwar gerade nicht sehen, aber rechts von meinem Stuhl geht es hinaus auf den Balkon. Dort kann man ich es mir dann mit einer Tasse Tee in der Schreibpause auf dem Hängesessel bequem machen :-)





Um zu erfahren, ob ihr richtig geraten habt, folgt diesem Link:
Dieser Arbeitsplatz gehört … 

Sonntag, 6. August 2017

Der Romance Alliance Lesetipp heute von: Dorothea Stiller

Liebe Leserinnen! 


Da ich sehr gern Liebesromane lese und auch ein Blog rund ums Lesen und Schreiben betreibe, habe ich natürlich schon eine ganze Reihe Bücher meiner Romance Alliance Kolleginnen gelesen. 
Hier möchte ich erzählen, welche Bücher mir am besten gefallen haben und warum.




1. Die Seerosen-Saga von Evelyn Boyd

Ich bin ein großer Skandinavien-Fan und mag Liebesgeschichten mit einer Portion Melancholie und Geheimnis. 
Daher haben mir Kjell - Das Geheimnis der schwarzen Seerosen und Kjell - Versuchung der Ewigkeit von Evelyn Boyd sehr gut gefallen. Große Gefühle, alte Legenden und eine zauberhafte Atmosphäre. Was wünscht man sich mehr? Die Stimmung in dem schwedischen Ferienhaus am See ist wunderbar eingefangen. Da bekomme ich gleich Fernweh. Von mir auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung für diese romantisch-melancholische Romantasy-Geschichte in zwei Bänden.

2. Strawberry Icing von Daniela Blum

Wer klassische Liebesfilme mag, der wird bestimmt auch dieser märchenhaften Liebesgeschichte von Daniela Blum etwas abgewinnen können. Die Geschichte um High Society Prinzesschen Antonia, die nach einer feuchtfröhlichen Nacht in Las Vegas plötzlich mit einem Konditor aus Tennessee verheiratet ist und bei dem Versuch, sich so schnell wie möglich wieder scheiden zu lassen auf unerwartete Hindernisse stößt, basiert lose auf dem Märchen vom "König Drosselbart" und liest sich auch ein wenig wie ein modernes Märchen. Eine sehr schöne Liebeskomödie zum Entspannen und Träumen. 

3. Liebe auf den letzten Klick von Anne Gard

Die Geschichte von Anne Gard um ihre Heldin Lizzy Rosenmüller, die auf der Suche nach der Liebe von einem Abenteuer ins nächste stolpert, ist frech, sexy, witzig und schonungslos ehrlich. Bei Lizzy geht es schon ziemlich heiß her, denn sie stürzt sich mitten hinein ins Abenteuer und erlebt dabei so einiges. 
Ich mochte den lockeren Plauderstil, in dem Lizzy ihre Erlebnisse schildert. Er hat sie mir gleich sympathisch gemacht und es war, als hört man staunend einer Freundin zu, die von den Abenteuern aus ihrem wilden Single-Leben berichtet. 
Spritzige und freche Unterhaltung.


4. Mein Herz schlägt in deinem Takt von Bettina Kiraly


Von Bettina habe ich schon viel gelesen und es fiel mir schwer, mich hier zu entscheiden. Letztlich habe ich mich für ihre Gay Romance "Mein Herz schlägt in deinem Takt" entschieden, weil mir die Geschichte um den jungen Witwer, der sein Herz an einen Rockmusiker verliert - was sein ohnehin kompliziertes Leben nicht unbedingt einfacher macht, gefallen hat. Sie war berührend und einfach schön. Auch, wenn Gay Romance nicht mein bevorzugtes Genre ist, fand ich diese Geschichte richtig schön. Es wird einem dabei ganz warm ums Herz.




Das war jetzt nur eine kleine Auswahl. Bei achtzehn so unterschiedlichen Kolleginnen kommt einiges an Lesestoff für unterschiedlichste Geschmäcker zusammen und - wenn ich so in die Bibliographien hineinschaue und mir die Klappentexte durchlese - wächst im Geiste mein SUB direkt wieder weiter. Für den kleinen Lesehunger zwischendurch kann ich übrigens auch Jennifer Wellens "booksnack" Ein Lollo Rosso für Sina empfehlen. Eine kleine Liebesgeschichte rund um große und kleine Lügen und ihre Wirkung. 






Dienstag, 1. August 2017

Interview mit der Coverdesignerin Michelle Tocilj von Snowblood Creations

Heute gibt es bei der Romance Alliance ein Kreuzverhör mit Michelle Tocilj von Snowblood Creations.


Hallo Michelle, wir freuen uns sehr, dass du dir heute die Zeit nimmst, um dich unseren Fragen zu stellen. Als Coverdesignerin von Snowblood Creations weißt du, dass Cover ein heißes Thema in der Buchbranche sind. Viele Leser werden erst dann auf einen Roman aufmerksam, wenn er ein ansprechendes Äußeres hat. Manchmal redet man sogar von reinen Coverkäufern. Heute wollen wir aber einen Blick hinter die Kulissen werfen und herausfinden, wie ein Cover aufs Buch kommt.
Einstieg: Erzähl uns für den Anfang doch erst mal etwas über dich und wie du zum Coverdesignen gekommen bist.


Mein Name ist Michelle Tocilj. Ich bin 25 Jahre alt und bin selbstständig. Zum Coverdesign bin ich eher zufällig gekommen – oder besser gesagt, durch einen dummen Zufall. Ich arbeite schon seit knapp 1 ½ Jahren mit Photoshop, bearbeitete hier und da ein paar Bilder, machte für Bekannte einfache Facebook Banner; einfaches Design eben. Eine Freundin hat auf Wattpad schließlich ihre erste Story veröffentlicht und wollte ein Cover haben. Also kam sie zu mir und hat gesagt: „Michelle, mach mir ein Cover zu der Geschichte!“ Und ich habe es gemacht. Kurz darauf kamen noch einige Anfragen von Autoren, die auf Wattpad sind – und dadurch habe ich mich mehr mit dem Thema Design, Bücher und Cover beschäftigt. Ich habe mich belesen, Tutorials geschaut, mich mit Designern unterhalten – und es vergingen gut 7 Monate, ehe ich gesagt habe: „Jetzt versuche ich es!“ Und ich habe mich in das Cover-Getümmel geworfen! Ich habe schon immer eine lichtkünstlerische Ader gehabt und alles kreative interessiert mich sehr – ich male, ich stricke, ich backe und das Designen gehörte ab dem Punkt auch dazu. Dass es sich aber zu so einer Leidenschaft entwickeln würde, hätte ich auch nicht gedacht. Ich habe dadurch auch viele, tolle Menschen kennengelernt, habe schon viele geniale und neue Bücher entdeckt und fühle mich einfach sehr wohl! Sicher gibt es hier und da auch Zeiten, wo man sich denkt: „Jetzt höre ich auf ...“ Sei es aus privaten Gründen, wegen schwieriger Kunden oder einfach wegen Menschen, die meinen, alles schlecht reden zu müssen, um einen runter zu machen und zu demotivieren. Leider passiert einem gerade in der Anfangszeit so etwas. Man ist neu, man versucht sich einen Namen zu machen und zu integrieren, und man ist noch unsicher! Ein gefundenes Fressen. Musste ich auch schon ein paar Mal durch. Aber ich habe zum Glück meine Leute, die mir dann den Kopf waschen und hinter mir stehen! Für diese Leute bin dankbar und ich möchte mich auch sehr gerne für die Hilfe und Unterstützung bedanken!

Romance Alliance: Kannst du den Lesern kurz erklären, wie ein Auftragscover entsteht?
Michelle: Gerne!
Bei mir läuft das so, dass ich dem Autor einen Datenbogen zukommen lasse, in welchem allgemeine Fragen und Informationen bezüglich des Designs stehen. Ich muss zum Beispiel wissen, welche Designs benötigt werden, ob Goodiedesigns vorgesehen sind, welchen Titel das Buch haben wird und ich brauche natürlich auch eine Inhaltsangabe und wichtige Fakten zu den Protagonisten.
Alles, was man einfach so braucht, um sich ein Bild von der Story zu machen. Auf Basis der Informationen kann der Autor sich dann eines meiner Designpakete aussuchen bzw. ich empfehle eins (unterschiedliche Preisklassen, unterschiedlich viele Leistungen) und ein allgemeines Gespräch über meine Vorstellungen wird geführt.
Und dann geht es eigentlich schon los mit der Bildersuche, den Rohfassungen und den Versuchen mit den Schriften.

Romance Alliance: Gibt es meist Vorschläge vom Autor oder darf der Designer sich austoben?
Michelle: Das kann mal so und mal so vorkommen.
Ich habe schon mit Autoren gearbeitet, die eine feste Vorstellung hatten und auch schon passende Bilder rausgesucht haben, sodass man eigentlich „nur noch“ ein schönes Design daraus erstellen musste.
Auf der anderen Seite habe ich aber auch bereits mit Autoren gearbeitet, die mir einige Infos über ihr Werk gegeben haben, mir ein Beispiel als Design vorgelegt haben und dann gesagt haben – und los!
Das kommt meist immer auf den Autor an. Ob der Autor nun schon ein festes Design im Kopf hat, oder sich teils auch überraschen lassen möchte, beide Arten machen großen Spaß!

Romance Alliance: Klaffen die Wünsche von Autoren und dem, was Leser bevorzugen, weit auseinander?
Michelle: Normalerweise nicht.
Das Cover spiegelt ja einen Teil des Inhalts wieder und soll den Leser sofort einfangen. Der Autor kennt seine Geschichte am aller besten und vermittelt seinen Eindruck weiter an den Leser.
Ich persönlich habe noch nicht erlebt, dass ein Leser darauf aufmerksam gemacht hat, dass er sich ein anderes Cover zu einem Buch gewünscht hätte.

Romance Alliance: Wie findest du bei Premade Covern heraus, was Autoren und Lesern gefallen könnte? Kannst du uns das vielleicht sogar anhand eines von dir kreierten Covers erklären?
Michelle: Ich habe mir nun gezielt dieses Premade rausgesucht, weil es eines meiner Lieblinge ist.




Romance Alliance: Also, wie finde ich denn heraus, was bei Lesern und Autoren gut ankommt?
Michelle: Generell gibt es immer einen aufkommenden Trend, an dem man sich sehr gut orientieren kann.
Bei diesem Beispiel wären es eben die kommenden Märchenadaptionen, welche momentan sehr beliebt sind und voraussichtlich weiterhin sein werden.
Ich muss aber gestehen, dass ich Premades oftmals auch einfach nach meinem eigenen Befinden gestalte.
Zum Beispiel lese ich sehr, sehr gerne Fantasy-Bücher, weswegen man bei mir momentan wohl auch mehr Fantasy-Premades findet, als z. B. Love oder Horror.
Ich denke bei Premades geht es jedem Designer ähnlich: Er sieht etwas und hat ein Bild vor Augen. Man kann sich austoben und ist nur an Vorgaben des Autors gebunden.
Für mich eine der besten Arten, zu entspannen!

Romance Alliance: Gibt es derzeit Trends?
Michelle: Ja.
Auf jeden Fall sind Love/Pärchen-Cover momentan absolut der Renner. Sowie Märchen bzw. märchenhafte Cover.
Was auch im Kommen ist, sind schlichte Cover mit Ornamenten verziert.

Romance Alliance: Wie vermeidest du Coverzwillinge? Also Cover, die dem eines anderen Buches stark ähneln.
Michelle: Ich arbeite immer(!) mit mindestens 2 Stockfotos, Aktionen und Overlays.
Durch das Spielen mit den Lichtverhältnissen und den Kurven, kann man dem Bild schon ein ganz anderes Feeling geben.
Außerdem liebe ich es, Covern immer noch einen kleinen Touch zu geben bzw. aus anderen Bildern etwas Passendes auszuschneiden und einzusetzen.
Nimmt man das Beispiel eines Pärchens, was ein anderer Designer bereits verwendet hat, kann man z. B. das Haar der Frau anders einfärben, noch kleine Extras einbauen und einen ganz anderen Hintergrund einfügen. Das Pärchen bleibt zwar dasselbe, aber durch die Veränderungen, kann man die Cover ganz klar unterscheiden.

Romance Alliance: Worauf sollte man als Autor bei der Wahl eines Coverdesigners achten?

Michelle: Wichtig ist, dass sich Designer und Autor sofort verstehen.

Der Autor muss sich bei seinem Designer gut aufgehoben fühlen. Seine Wünsche stehen an erster Stelle! Anders herum ist es auch wichtig, dass der Autor auf die Vorschläge seines Designers eingeht und sich Ideen anhört.

Oftmals haben Autoren eine Vorstellung von ihrem Cover, welche leider nicht umzusetzen ist.
Man will natürlich das tollste und beste Cover haben – aber hier gilt, weniger ist manchmal mehr! Als Designer hat man einen neutralen Einblick in das Buch und in die Vorstellungen des Autors. Man kann wichtige Elemente erkennen und dem Autor so Vorschläge unterbreiten.
Mir ist wichtig, dass ich eng mit dem Autor zusammenarbeite. Ich möchte genau wissen, wie er sich das Cover vorstellt,  was unbedingt drauf soll und was ihm besonders wichtig ist. Ich stehe dem Autor auch jederzeit für spontane Ideen zu Verfügung und konzentriere mich ganz auf das Design.
Ich denke, das ist sehr wichtig. Wenn der Autor sich nicht sofort gut aufgehoben und verstanden fühlt und der Designer schon beim ersten Versuch des Designs absolut nicht den Geschmack des Autors trifft, harmoniert man vielleicht nicht miteinander.

Romance Alliance: Wie lange dauert es in der Regel, bis ein Cover verkaufsfertig ist?
Michelle: Darauf kann man eigentlich keine direkte Antwort geben.
Das ist absolut unterschiedlich.
Ich hatte schon einen Auftrag, wo ich ein Design angefertigt habe und der Autor sofort begeistert war und keine weiteren Änderungen nötig waren. Das Cover war also sozusagen nach einer Stunde bereits fertig.
Ich hatte aber auch schon Aufträge, wo das Design passte, aber einige Kleinigkeiten noch zu ändern bzw. anzupassen waren. Das hat dann zwei Tage gedauert.
Generell rechne ich immer an die drei bis vier Wochen für ein komplettes Design ein. Das beinhaltet Cover samt Goodiedesign, Facebook-Werbung etc. So kommt man nicht in Zeitdruck und man kann sich in Ruhe mit den Wünschen und Änderungen des Autors befassen.


Romance Alliance: Mit welchen Kosten muss ein Autor rechnen und wie setzen sich diese zusammen?
Michelle: Also zu aller erst kommen die Kosten der Bilder, Illustrationen und/oder Vektoren auf den Autor zu.
Es gibt Designer, die ausschließlich mit Stockbildern arbeiten und es gibt Designer, die auch mit Illustrationen arbeiten bzw. selbst erstellen.
Die Preisklassen sind dann schon recht unterschiedlich – es kommt auch darauf an, wie detailreich ein Designer arbeitet oder eben nicht. Jemand, der sehr ins Detail geht und sehr viel Zeit und Leidenschaft in das perfekte Cover steckt, nimmt natürlich auch etwas mehr Geld als jemand, der einfach nur schlicht ein Bild nimmt und dann den Titel dazu schreibt.
Der Autor muss also neben dem Preis der Bilder/Illustrationen auch mit dem Preis der Arbeitszeit und dem Aufwand rechnen.

Romance Alliance: Was ist bei einem Cover wichtig?
Michelle: Bei einem Cover ist wichtig, dass es ein absoluter Eye-Catcher ist!
Der Leser muss das Cover sehen und sofort Interesse zeigen. So wird das Buch in die Hand genommen, umgedreht und der Klappentext erledigt den Rest.
Eine Kaufentscheidung hängt also ebenso von dem passenden und ansprechenden Cover ab, als auch von dem perfekten Klappentext!

Romance Alliance: Was ist wichtig?
Michelle: Das Farben und Bilder harmonieren. Die Schriftart muss ebenfalls zum Erscheinungsbild passen und es darf nicht zu aufdringlich sein.
Man sollte beachten, dass das Design als Print und als Ebook wirkt. Das heißt, in schwarz-weiß muss das Design auch noch zu erkennen sein und muss auch in Briefmarkenformat auffallen!
Und hier wieder der leitende Spruch:
Weniger ist manchmal mehr!
Es reicht, wenn der Fokus auf der Frau liegt – was dann noch relevant und wichtig ist, kann noch mit in den Hintergrund einfließen.
Beispiel:

Romance Alliance: Gibt es absolute No-Go’s?
Michelle: Ja, die gibt es durchaus!
Bei einem Cover kann man leider recht viel falsch machen.
Angefangen von zu vielen verschiedenen Schriftarten, zu kleiner und unleserlicher Schrift bis hin zu gezerrten Bildern und zu krassen Farben, die einfach nicht zusammenpassen.
Nur weil man Photoshop oder ein anderes Bearbeitungsprogramm besitzt, kann man nicht zeitgleich Cover bearbeiten. Da gehört schon etwas mehr dazu. Man muss nicht zwangsläufig studiert haben, um gut zu sein, aber man sollte schon für sich selbst viel Zeit und Mühe in Recherchen und Tutorials stecken, bevor man seine Dienste anbietet!

Vielen Dank für das informative Interview! :) Wir freuen uns schon auf weitere Designs von dir. Und wer sich nun auch für Michelles Cover interessiert, kann unter https://www.facebook.com/snowbloodcreations/ oder https://snowbloodcreations.jimdo.com/ schnuppern, was sie gerade noch so im Angebot hat.

Für die Romance Alliance
Mariella Heyd